Ein Luxmeter misst nicht Licht, sondern Licht so, wie ein Auge es sieht, und darin liegt das Problem mit LEDs

Veröffentlicht am 24. August 2026 um 01:06 Uhr

Zwei Messgeräte, dieselbe Leuchte, zwei deutlich verschiedene Luxwerte. Beide Geräte sind in Ordnung, beide sind kalibriert. Der Unterschied liegt darin, dass ein Luxmeter gar nicht Licht misst, sondern Licht so, wie das menschliche Auge es gewichtet — und diese Gewichtung ist bei farbigen und schmalbandigen LEDs die entscheidende Fehlerquelle.

Color LED-Lichtmesser LT45 mit separatem Lichtsensor und Spiralkabel

Worum es geht

Ein Lichtmessgerät, das ausdrücklich für LED-Beleuchtung ausgelegt ist.

  • Messung von weißer, roter, gelber, grüner, blauer und violetter LED-Beleuchtung sowie von Standardlicht
  • Anzeige in Lux oder Footcandle
  • Cosinus- und farbkorrigierte Messung
  • 4000-Digit-LCD, Min/Max und Mittelwert
  • Manuelles Speichern und Abrufen von bis zu 99 Messwerten
  • Separater Lichtsensor mit Schutzkappe und Spiralkabel, ausziehbar bis 1,5 m
  • Komplett mit Batterie und Hartschalenkoffer

Das Problem dahinter

Lux ist eine physiologische Einheit, keine rein physikalische. Ein Watt grünes Licht erscheint dem Auge um ein Vielfaches heller als ein Watt rotes oder blaues Licht. Damit ein Messgerät Lux anzeigen kann, muss sein Sensor deshalb genau dieser Empfindlichkeitskurve des Auges folgen. Das geschieht über ein Filter vor der Fotodiode — und wie gut dieses Filter die Kurve trifft, entscheidet über die Messgenauigkeit.

Bei Glühlicht fällt eine unvollkommene Anpassung kaum auf, bei LEDs sehr wohl. Eine Glühlampe strahlt über das gesamte sichtbare Spektrum; Abweichungen des Filters mitteln sich weitgehend heraus. Eine farbige LED strahlt dagegen in einem schmalen Band. Liegt das Filter genau dort daneben, wirkt sich der Fehler ungedämpft auf das Ergebnis aus — und zwar je nach LED-Farbe in unterschiedliche Richtungen. Genau deshalb bietet dieses Gerät eine Auswahl nach LED-Farbe statt einer einzigen Kalibrierung für alles.

Die Cosinuskorrektur ist der zweite, oft übersehene Punkt. Beleuchtungsstärke bezieht sich auf eine Fläche, und Licht, das schräg einfällt, verteilt sich auf eine größere Fläche — es trägt also weniger bei, exakt im Verhältnis zum Cosinus des Einfallswinkels. Ein flacher, unkorrigierter Sensor bewertet seitlich einfallendes Licht zu stark. In einem Raum mit mehreren Leuchten, in dem der größte Teil des Lichts eben nicht senkrecht von oben kommt, ist das kein Detailfehler, sondern verschiebt das gesamte Ergebnis.

Der abgesetzte Sensor am Spiralkabel löst schließlich ein rein praktisches Problem: Der Messende steht selbst im Licht. Wer das Gerät in der Hand hält und darauf schaut, beschattet die Messfläche mit dem eigenen Körper. Mit 1,5 m Kabel lässt sich der Sensor genau dort platzieren, wo der Wert gilt — auf der Arbeitsfläche, im Regal, am Bildschirmplatz — während man selbst zur Seite tritt.

Drei typische Anwendungsfälle

  • Arbeitsplatzbeleuchtung: Nachweis der Beleuchtungsstärke an Arbeitsplätzen, Werkbänken und in Prüfbereichen.
  • LED-Umrüstung: Vergleich vorher und nachher, wenn konventionelle Leuchten durch LED ersetzt werden und die Wattzahl nichts mehr aussagt.
  • Handel, Gartenbau und Bühne: farbige LED-Beleuchtung, bei der ein Standardluxmeter systematisch daneben liegt.

Warum es sich rechnet

Beleuchtung wird fast immer in zwei Schritten falsch bewertet: geplant nach Wattzahl, abgenommen nach Augenmaß. Beides funktionierte solange leidlich, wie alle Leuchtmittel ähnlich strahlten. Mit LEDs ist die Wattzahl kein Maß für Helligkeit mehr, und das Auge gewöhnt sich innerhalb von Minuten an ein zu dunkles Niveau, ohne dass es jemandem auffällt.

Eine Messung, die den tatsächlichen Wert an der Stelle liefert, an der gearbeitet wird, macht daraus eine überprüfbare Zahl — sowohl gegenüber einem Auftraggeber als auch gegenüber einer Vorgabe. Und sie verhindert den teureren der beiden Fehler: eine fertig installierte Anlage, die erst nach der Abnahme als zu dunkel erkannt wird.

Mehr erfahren über den Color LED-Lichtmesser →

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert