ExStik Chlormessgerät CL200 — wenn die Probe selbst gefärbt oder trüb ist, hilft kein Farbvergleich mehr

Veröffentlicht am 21. August 2026 um 01:25 Uhr

Die verbreitetste Methode, Chlor im Wasser zu bestimmen, ist ein Farbvergleich: Reagenz in die Probe, kurz warten, und die entstandene Färbung gegen eine Farbskala halten. Das funktioniert gut — solange die Probe selbst farblos und klar ist. Nur trifft genau das in der Praxis oft nicht zu. Prozesswasser aus der Lebensmittelproduktion, Abwasser, Kühlwasser oder Wasser mit Eisenanteil ist gefärbt oder trüb, und dann vergleicht man eine Farbe vor einem Hintergrund, der selbst eine Farbe hat. Die Methode misst dann teilweise die Probe statt die Reaktion.

ExStik CL200 Chlormessgerät zur direkten Ablesung von Gesamtchlor bis 0,01 ppm

Was es ist

ExStik CL200 ist ein handliches Messgerät zur direkten Ablesung von Gesamtchlor. Eine Messung dauert unter zwei Minuten, die untere Nachweisgrenze liegt bei 0,01 ppm, und das Ergebnis ist unabhängig von Farbe oder Trübung der Probe. Das Gerät speichert und kennzeichnet bis zu 15 Messwerte. Die zugrunde liegende Methode ist von der US EPA als zulässiges Verfahren zur Überwachung von Gesamtchlor im Abwasser anerkannt.

Welches Problem es löst

Der entscheidende Unterschied ist, was gemessen wird. Ein visueller Farbvergleich ist eine optische Beurteilung: Sie hängt vom Licht im Raum ab, vom Zustand des Vergleichsmaterials, von der Farbwahrnehmung der ablesenden Person — und eben von der Eigenfarbe und Trübung der Probe. Zwei Mitarbeiter können bei derselben Probe zu unterschiedlichen Werten kommen, ohne dass einer von beiden etwas falsch gemacht hätte.

Ein direkt anzeigendes Messgerät liefert stattdessen eine Zahl statt eines Eindrucks. Das ist zum einen genauer, vor allem aber ist es dokumentierbar und vergleichbar: Werte aus verschiedenen Schichten, von verschiedenen Personen und aus verschiedenen Wochen stehen auf derselben Skala und lassen sich als Verlauf lesen. Genau darauf kommt es an, denn Chlorgehalt ist keine Konstante — er wird durch Zehrung, Temperatur, Licht und Belastung ständig abgebaut.

Die Nachweisgrenze von 0,01 ppm ist dabei kein Selbstzweck. Der interessante Bereich liegt bei Trink- und Prozesswasser oft im Zehntelbereich, und die Frage ist selten „ist Chlor drin?“, sondern „ist noch genug drin — und nicht zu viel?“. Zu wenig bedeutet keinen sicheren Schutz vor Wiederverkeimung; zu viel bedeutet Geschmacksprobleme, Korrosion und unnötigen Chemikalienverbrauch. Beide Grenzen liegen näher beieinander, als eine Farbkarte auflösen kann.

Dass die Messwerte gespeichert und markiert werden können, passt zum praktischen Ablauf: Man geht eine Runde mit mehreren Entnahmestellen ab und überträgt die Werte anschließend, statt zwischendurch etwas auf einen Zettel zu schreiben.

Drei typische Anwendungsfälle

  • Lebensmittel- und Getränkeproduktion: Kontrolle von Prozess- und Spülwasser, wo das Wasser Produktbestandteile mitführt und deshalb selten klar ist.
  • Trinkwasserinstallation und Gebäudetechnik: Kontrolle des Desinfektionsmittelgehalts an den Entnahmestellen — dort, wo der Wert nach dem Weg durch das Netz tatsächlich ankommt, und nicht nur am Eingang.
  • Abwasser und Einleitung: Überwachung des Gesamtchlors vor der Einleitung, mit einem Verfahren, das für diesen Zweck anerkannt ist.

Warum es sich rechnet

Die naheliegende Rechnung ist die Chemikalie. Wer nicht genau messen kann, dosiert sicherheitshalber großzügig — jeden Tag, das ganze Jahr. Eine Überdosierung, die niemand bemerkt, kostet nicht nur das überschüssige Mittel, sondern beschleunigt auch Korrosion in Leitungen und Anlagenteilen, und die Folgekosten davon tauchen Jahre später unter einer ganz anderen Position auf.

Die andere Seite ist der Fall, den niemand einkalkuliert: zu wenig Desinfektionsmittel über einen längeren Zeitraum, unbemerkt, weil die Kontrolle ungenau war. Was dann folgt — Beprobung, Spülung, Betriebseinschränkung, im Ernstfall eine Meldung — kostet ein Vielfaches des Geräts. Und in beiden Richtungen gilt dasselbe: Der Unterschied zwischen einem Problem, das man früh sieht, und einem, das man spät erklärt, ist eine Reihe dokumentierter Messwerte.

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